
Gesellschaft: Wie und warum ändert sich Grammatik?
In diesem Vortrag unternehmen wir eine Zeitreise von den Ursprügen der deutschen Sprache bis zur Gegenwart. Auf dieser Reise erkunden wir die Art und Weise sowie die Gründe für grammatischen Wandel anhand von drei Beispielen.
Der Verlust des Genitivs
- Was sind grammatische Fälle?
- Das schleichende Abschmelzen der acht indoeuropäischen Fälle bis zu den heutigen vier Fällen im Deutschen (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv)
- Warum hat Englisch schon mehr Fälle verloren als Deutsch?
Wie ist im Mittelalter das Futur ins Deutsche gekommen?
- Futur: die Zukunft ausdrücken
- Welche anderen Zeitformen hat das Deutsche?
- Sehr innovativ: Martin Luther und das deutsche Futur mit werden.
- Was ist der Unterschied zwischen: „Morgen sehen wir uns“ und „Morgen werden wir uns sehen“?
- Sprachvergleich: Futur mit gehen, kommen, müssen, sollen, wollen, sein
Wie grammatische Formen aus Wörtern entstehen können
- Beispiel Eigen-tum: Das althochdeutschen Nomen tuom (Recht, Macht, Tat) wird zur Nachsilbe -tum
- Beispiel Eigen-schaft: Das althochdeutschen Wort scaf (Beschaffenheit, Ordnung, Plan, Rang) wird zur Nachsilbe -schaft
- Beispiel Eigen-heit: Das althochdeutsche Wort heit (Person, Persönlichkeit, Gestalt) wird zur Nachsilbe
Im Anschluss behandeln wir die
Gründe für die gemeinsame Evolution von Grammatik und Gesellschaft
- Die Auswirkungen von Isolierung und Ausbreitung einer Sprache
- Veränderungen von Lebensformen
- Sprachkontakt und Migration
Am Ende werden Sie wissen, warum Grammatik und Gesellschaft untrennbar miteinander verwobenen sind.
